
15.12.2008
Die wesentlichsten Entscheidungsgrundlagen für den Einsatz eines Planungstools1 Entscheidungskriterien für den Einsatz eines Planungstools
1.1 Spezifische Herausforderungen der Unternehmensplanung
Die Planung stellt besondere Herausforderungen an die Softwareunterstützung. Daten zu aggregieren ist die ureigenste Domäne von IT-Systemen. Das thematisch integrierte Planen sowohl aggregierter als auch detaillierter Daten in einem Gegenstromverfahren stellt aber IT-Tools vor große Probleme. Für die Planung als Grundlagen wichtige Ist- oder Vorschaudaten müssen über mehrere Instanzen geladen und zur Verfügung gestellt werden, Plandaten selbst müssen in mehreren Zyklen bearbeitet und wieder in operativen Systeme zurückgeschrieben werden (s. Abbildung 1).
Für die IT-Unterstützung stellen sich im Planungsprozess folgende Herausforderungen:
Trotz der hohen technischen und prozessbezogenen Anforderungen in der Planung sind in der Praxis sehr häufig MS-Excel-Lösungen anzutreffen (s. Abbildung 2). Die typischerweise hohe Dezentralität der Planung und der in mehreren Schleifen ablaufende Prozess stellen Anforderungen an die Planungsunterstützung, denen Excel nur unzureichend gerecht werden kann. Insbesondere der hohe Wartungsaufwand und die hohe Fehleranfälligkeit sprechen gegen Planungen in MS-Excel.
Nachstehend sind typische Vor- und Nachteile einer Excel-basierten und einer durch ein Planungswerkzeug unterstützten Planung gegenübergestellt (s. Abbildung 3 bzw Abbildung 4).
Mit der Intensivierung der Erwartungsrechnung im Unternehmen verstärken sich die jeweiligen Vor- und Nachteile, der wesentliche Nachteil der temporären Nutzung eines Planungswerkzeugs nimmt damit aber ab.
1.3 Lösungsansatz
Die lange Liste der Nachteile einer Planung mit Microsoft Excel liegt die Empfehlung nahe, ein Planungswerkzeug zu verwenden. De facto bestehen mehrere technische Möglichkeiten die Planung in einer Tabellenkalkulationslösung abzulösen:
OLAP-Werkzeuge als Pivottabellen mit dahinterliegender multidimensionaler Datenbank haben große Vorteile in der Flexibilität und Individualisierbarkeit. In einem Datenmodell können sehr viele Dimensionen angelegt sein. Typische Dimensionen sind:
Die Vorteile des Einsatzes eines dezidierten Planungswerkzeuges wurden genannt. Als Nachtei-le wurden dessen Kosten und die allfällig mangelnde Bedienerfreundlichkeit für temporäre Anwender genannt. Zu den Kosten ist zu sagen, dass in einem korrekten Kostenvergleich auch die primär im Controlling entstehenden Kosten der aufwändigen Führung eines excel-basierten Planungsinstrumentariums zu berücksichtigen sind und damit der Kostenvorteil der scheinbar billigen Excel-Lösung sinkt.
Die Bedienerfreundlichkeit der Applikation hängt von 3 Faktoren ab:
1. Kostenstellenplanung im Planungswerkzeug
2. Übergabe der Daten an das Transaktionssystem
3. Pflege der Bezugsgrößen (z.B. Stunden) für interne Leistungsverrechnungen und statistischen Kennzahlen (z.B. m²) für Umlagen im Transaktionssystem
4. Ermittlung des Plantarifes (z.B. €/m²) im Transaktionssystem
5. Planung (Rechnung) der internen Leistungsverrechnungen und Umlagen im Transakti-onssystem einschließlich der notwendigen Iterationsschritte und
6. Übergabe der Kostenstellendaten einschließlich der Be- und Entlastungen an das Pla-nungswerkzeug.
2 Sonderthema: Workflow-Unterstützung in der Planung
2.1 Praxisproblem
Das Controlling ist für den termintreuen und möglichst reibungslosen Planungsablauf verantwortlich. Dem Controlling stehen aber meist keine Instrumente zur Verfügung, dieser Verantwortung seriös nachkommen zu können. Das Aufstellen eines Planungskalenders, eine hierarchische Unterstützung des Managements und persönliche Hartnäckigkeit helfen zwar, zu oft bemerkt das Controlling Verzögerungen im Planungsprozess erst, wenn Deadlines nicht eingehalten werden und Daten fehlen.
2.2 Lösungsansatz
In großen Organisationen kann die Implementierung einer Workflow-Unterstützung einen wichtigen Beitrag leisten, um die Termintreue in immer straffer organisierten Planungsprozessen si-cherzustellen.
Workflow-Lösungen haben eine Informations-, Kommunikations- und Systemfunktion und können folgende Verbesserungen im Planungsprozess bringen:
Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten ist im Vorfeld trotzdem notwendig.
Weiterführende Literatur:
Gleich, R. / Hofmann, S. / Leyk, J. (Hrsg.): Planungs- und Budgetierungsinstrumente; Freiburg / Berlin / München 2006
Oehler, K.: Planung und Budgetierung: (Neue) Anforderungen an die Softwareunterstützung; in Gleich, R. / Hofmann, S. / Leyk, J. (Hrsg.): Planungs- und Budgetierungsinstrumente, S. 93-120; Freiburg / Berlin / München 2006
Schinzer, H. / Bange, C. / Mertens, H.: OLAP und Business Intelligence; München 2000
Waniczek, M.: Unternehmensplanung neu; Wien 2008
Autor: Mirko Waniczek
1.1 Spezifische Herausforderungen der Unternehmensplanung
Die Planung stellt besondere Herausforderungen an die Softwareunterstützung. Daten zu aggregieren ist die ureigenste Domäne von IT-Systemen. Das thematisch integrierte Planen sowohl aggregierter als auch detaillierter Daten in einem Gegenstromverfahren stellt aber IT-Tools vor große Probleme. Für die Planung als Grundlagen wichtige Ist- oder Vorschaudaten müssen über mehrere Instanzen geladen und zur Verfügung gestellt werden, Plandaten selbst müssen in mehreren Zyklen bearbeitet und wieder in operativen Systeme zurückgeschrieben werden (s. Abbildung 1).
Für die IT-Unterstützung stellen sich im Planungsprozess folgende Herausforderungen:
- Unternehmen sind laufenden Veränderungen unterworfen und planungsrelevante Stammdaten ändern sich daher regelmäßig. Änderungen in den Strukturen im Ist-System (z.B. neue Profitcenter, Produktgruppen) müssen möglichst ohne doppelten Pflegeaufwand auch in den Planungssystemen verfügbar sein. Dies stellt besondere Herausforderungen an die Flexibilität von Planungssystemen.
- Häufig werden die für die Planung verwendeten Daten in unterschiedlichen Systemen gehalten, woraus hohe Anforderungen an die Konnektivität der Planungssysteme gestellt werden.
- Um die Planenden sinnvoll zu unterstützen, müssen in der Regel Ist-Daten an das Planungssystem angebunden werden. Die Datenstrukturen müssen dafür harmonisiert werden.
- Im Planungsprozess werden auch häufig unstrukturierte Informationen wie Kommentare und Dokumente verwendet, die bei der Datenhaltung berücksichtigt werden müssen.
- Der Planungsstand muss versionierbar und verwaltbar sein, die Bearbeitung der Planung muss durch ein Berechtigungskonzept gesteuert werden.
- Planungsprozesse sind hochgradig unternehmensindividuell und daher nur schwer mit einem vorgefertigten Planungsschema abzubilden. Ein Planungssystem ist daher in der Regel ohne entsprechende Anpassungen und Adaptierung kaum einsetzbar.
Trotz der hohen technischen und prozessbezogenen Anforderungen in der Planung sind in der Praxis sehr häufig MS-Excel-Lösungen anzutreffen (s. Abbildung 2). Die typischerweise hohe Dezentralität der Planung und der in mehreren Schleifen ablaufende Prozess stellen Anforderungen an die Planungsunterstützung, denen Excel nur unzureichend gerecht werden kann. Insbesondere der hohe Wartungsaufwand und die hohe Fehleranfälligkeit sprechen gegen Planungen in MS-Excel.
Nachstehend sind typische Vor- und Nachteile einer Excel-basierten und einer durch ein Planungswerkzeug unterstützten Planung gegenübergestellt (s. Abbildung 3 bzw Abbildung 4).
Mit der Intensivierung der Erwartungsrechnung im Unternehmen verstärken sich die jeweiligen Vor- und Nachteile, der wesentliche Nachteil der temporären Nutzung eines Planungswerkzeugs nimmt damit aber ab.
1.3 Lösungsansatz
Die lange Liste der Nachteile einer Planung mit Microsoft Excel liegt die Empfehlung nahe, ein Planungswerkzeug zu verwenden. De facto bestehen mehrere technische Möglichkeiten die Planung in einer Tabellenkalkulationslösung abzulösen:
- Planung im Transaktionssystem (ERP-System)
- Planung unter Nutzung der OLAP-Technologie sowie
- Planung in einem dezidierten Planungswerkzeug (Auch Planungswerkzeuge nutzen z.T. OLAP-Technologie, unterscheiden sich von reinen OLAP-Werkzeugen aber durch vorkonfigurierte Planungsfunktionen (z.B. Saisonalisierung der Planung) und betriebswirtschaftliche Inhalte (z.B. Abbildung einer integrierten Unternehmensplanung).
OLAP-Werkzeuge als Pivottabellen mit dahinterliegender multidimensionaler Datenbank haben große Vorteile in der Flexibilität und Individualisierbarkeit. In einem Datenmodell können sehr viele Dimensionen angelegt sein. Typische Dimensionen sind:
- Kostenstelle oder Profit Center
- Kostenart
- Produkt
- Kunde
- Region
- Zeit etc.
Die Vorteile des Einsatzes eines dezidierten Planungswerkzeuges wurden genannt. Als Nachtei-le wurden dessen Kosten und die allfällig mangelnde Bedienerfreundlichkeit für temporäre Anwender genannt. Zu den Kosten ist zu sagen, dass in einem korrekten Kostenvergleich auch die primär im Controlling entstehenden Kosten der aufwändigen Führung eines excel-basierten Planungsinstrumentariums zu berücksichtigen sind und damit der Kostenvorteil der scheinbar billigen Excel-Lösung sinkt.
Die Bedienerfreundlichkeit der Applikation hängt von 3 Faktoren ab:
- die Gestaltung des Front-Ends selbst: hier setzen viele Hersteller bereits auf Excel, Excel-Add-Ins oder look-alikes, um den Schulungsaufwand zu reduzieren und eine einfache, an gewohnten Werkzeugen orientierte Bedienung sicherzustellen
- die Gestaltung der Planungsmasken: wie einfach oder kompliziert eine Planungsmaske bzw. ein Planungsformular zu befüllen ist, kann durch die Konzeptionsarbeit des Controllings gesteuert werden
- die Häufigkeit der Anwendung: wird Excel oder ein look-alike als Front-End verwendet, ist eine seltene Anwendung unkritisch. In einem Planungswerkzeug mit einer proprietären Oberfläche ist auch aus Gründen einer höheren Nutzungsfrequenz und Anwendungssicherheit die ohnehin sinnvolle Abwicklung von Planung und Forecast über dasselbe Werkzeug zu empfehlen.
1. Kostenstellenplanung im Planungswerkzeug
2. Übergabe der Daten an das Transaktionssystem
3. Pflege der Bezugsgrößen (z.B. Stunden) für interne Leistungsverrechnungen und statistischen Kennzahlen (z.B. m²) für Umlagen im Transaktionssystem
4. Ermittlung des Plantarifes (z.B. €/m²) im Transaktionssystem
5. Planung (Rechnung) der internen Leistungsverrechnungen und Umlagen im Transakti-onssystem einschließlich der notwendigen Iterationsschritte und
6. Übergabe der Kostenstellendaten einschließlich der Be- und Entlastungen an das Pla-nungswerkzeug.
2 Sonderthema: Workflow-Unterstützung in der Planung
2.1 Praxisproblem
Das Controlling ist für den termintreuen und möglichst reibungslosen Planungsablauf verantwortlich. Dem Controlling stehen aber meist keine Instrumente zur Verfügung, dieser Verantwortung seriös nachkommen zu können. Das Aufstellen eines Planungskalenders, eine hierarchische Unterstützung des Managements und persönliche Hartnäckigkeit helfen zwar, zu oft bemerkt das Controlling Verzögerungen im Planungsprozess erst, wenn Deadlines nicht eingehalten werden und Daten fehlen.
2.2 Lösungsansatz
In großen Organisationen kann die Implementierung einer Workflow-Unterstützung einen wichtigen Beitrag leisten, um die Termintreue in immer straffer organisierten Planungsprozessen si-cherzustellen.
Workflow-Lösungen haben eine Informations-, Kommunikations- und Systemfunktion und können folgende Verbesserungen im Planungsprozess bringen:
- Die Informationsfunktion gibt dem Controlling eine Übersicht über den Gesamtstatus des Planungsprozesses bzw. den Status einzelner Planender.
- Die Kommunikationsfunktion wird zur Durchführung automatischer Aktionen bei Statusänderungen, z.B. Benachrichtigungen über zu berücksichtigende nachträgliche Änderungen oder Erinnerungen an Termine, genutzt.
- Im Rahmen der Systemfunktion werden Pläne freigeben, geändert, gespeichert oder gesperrt. Diese Funktion kann allerdings redundant zu Verwaltungsfunktionen des ERP-Systems oder der Planungslösung sein.
Abhängigkeiten und Verantwortlichkeiten ist im Vorfeld trotzdem notwendig.
Weiterführende Literatur:
Gleich, R. / Hofmann, S. / Leyk, J. (Hrsg.): Planungs- und Budgetierungsinstrumente; Freiburg / Berlin / München 2006
Oehler, K.: Planung und Budgetierung: (Neue) Anforderungen an die Softwareunterstützung; in Gleich, R. / Hofmann, S. / Leyk, J. (Hrsg.): Planungs- und Budgetierungsinstrumente, S. 93-120; Freiburg / Berlin / München 2006
Schinzer, H. / Bange, C. / Mertens, H.: OLAP und Business Intelligence; München 2000
Waniczek, M.: Unternehmensplanung neu; Wien 2008
Autor: Mirko Waniczek
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- Abbildung 1: Überblick Software-Architektur
- Abbildung 2: Verbreitungsgrad von Planungswerkzeugen (Ergebnis des ÖCI-Panels 2008. Befragt wurden die ca. 600 Mitgliedsunternehmen des ÖCI.)
- Abbildung 3: Planung mit Excel vs Planungswerkzeug - Vorteile
- Abbildung 4: Planung mit Excel vs. Planungswerkzeuge - Nachteile
- Abbildung 5: Anforderungserfüllung unterschiedlicher IT-Unterstützungen (vgl. Oehler 2006, S. 119)
- Abbildung 6: Statusverwaltung im Planungsprozess - Beispiel












