
01.01.2008
„Corporate Finance“ ist nicht einheitlich definiert. Die wortgetreue deutsche Übersetzung „Unternehmensfinanzierung“suggeriert ein zu enges Verständnis, da Corporate Finance die Thematik der Kapitalbeschaffung simultan mit der Fragestellung nach der Kapitalverwendung behandelt. Corporate Finance ist in seinem heutigen Verständnis von einer kapitalmarktorientierten Sicht geprägt, um dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Eigenkapital den mobilsten aller Einsatzfaktoren in der betrieblichen Leistungserstellung darstellt.Unabhängig von den unterschiedlichen Präferenzen und Zielen individueller Eigenkapitalgeber (bspw zukünftige Gewinnausschüttungen, Wachstum des Vermögenswertes, Risikobeschränkung) kann den Zielen der Unternehmenseigentümern im Kollektiv am besten entsprochen werden, wenn als Primärziel des Unternehmens die Maximierung des Shareholder values angestrebt wird.
Von dem Primärziel Shareholder Value-Maximierung ausgehend erarbeitet die Wissenschaft für einzelne Fragestellungen Lösungsansätze. Dies kann beispielsweise die Frage nach einer optimalen Kapitalstruktur, Dividendenpolitik oder Investmententscheidungen betreffen.
Die Praxis ist in Zeiten dynamischer Entwicklungen auf den Kapitalmärkten und stringenter Kreditvergaberichtlinien mit sehr grundsätzlichen Fragen der Finanzierung beschäftigt. In einem solchen Umfeld ist es für Unternehmen jeder Entwicklungsstufe und Größe schwieriger als früher Kapital zur Finanzierung von Innovation und Wachstum aufzutreiben. Für junge und kleine Unternehmen ist der Markt für Private Equity im deutschsprachigen Raum noch in einer sehr frühen Phase seiner Entwicklung. Größere Unternehmen, welchen den Gang an die Börse grundsätzlich anstreben, sind in dem aktuell schlechten Börsenklima häufig nicht bereit diesen Schritt zu wagen. Neben privaten Kapitalgebern stellt gerade in einem solchen Umfeld auch die öffentliche Hand mit ihren Förderprogrammen einen wichtigen Geldgeber dar.






