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Controller-Gehaltsstudie 2010
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Controller-Gehaltsstudie 2010

21.04.2011
Die Professionalisierung in Controlling & Finance schreitet voran

Eine umfassende Gehaltsstudie über die Vergütung im Finanz- und Rechnungswesen und Controlling beleuchtet die positive fachliche Entwicklung der Berufsgruppe
Das Österreichische Controller-Institut (ÖCI) hat gemeinsam mit Schulmeister Management-Consulting die bisher umfassendste Gehaltsstudie in Auftrag gegeben. Das Gallup-Institut hat rund 1.200 Positionen erhoben. Ergänzend dazu fand eine qualitative Befragung von mehr als 25 Top-Managern des Finanzbereichs statt. Befragt wurden bei der Gehaltsstudie 300 Personen aus leitenden Finanzfunktionen der Top 800-Unternehmen. „Wir haben bewusst diesmal nicht nur die Controller, sondern die gesamte „job-family im Finanzbereich“ analysiert, um die umfassende Bandbreite auch erstmals transparent zu machen, sowie entsprechend fundiertes Benchmark zur Verfügung zu erhalten .“Wir können heute feststellen, dass Führungskräfte und Fachleute aus dem Finanzbereich, sprich Controller und Rechnungswesen-Experten auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten sowohl mit einer stabilen Gehaltsentwicklung als auch mit einer hohen Arbeitsplatzsicherheit rechnen können“, meinen Rita Niedermayr, Geschäftsführerin des ÖCI und Matthias Schulmeister, Geschäftsführen von Schulmeister Management Consulting.
 
Trotz angespannter wirtschaftlicher Lage bleiben Gehälter stabil
Um die Entwicklung der Vergütung auch entsprechend einordnen zu können, wurden die Unternehmen befragt, wie sich die Umsatzerlöse in den letzten beiden Jahren entwickelt haben. Signifikant ist, dass mehr als 50 % der Befragten angeben, dass sich die Umsätze um durchschnittlich 25 % verringert haben. 20 % der Unternehmen geben an, dass sie bis zu 5 Mitarbeiter im Finanzbereich in den letzten Jahren abgebaut, fast ebenso viele Unternehmen geben an, dass sie 2 Mitarbeiter aufgenommen haben. In mehr als 60 % der Unternehmen ist die Zahl der Mitarbeiter gleich geblieben. „Aus diesen Zahlen können wir herauslesen, dass die Nachfrage nach Fachleuten aus dem Rechnungswesen und Controlling durchaus stabil geblieben ist“, erläutern Rita Niedermayr und Matthias Schulmeister.
Erfolgsfaktoren bei der Höhe des Gehalts: Größe des Unternehmens, Alter und Region
Wie sehr Unternehmensgröße, Alter und Region sich auswirken, lässt sich am deutlichsten beim Leiter Controlling festmachen. In einem Unternehmen bis zu 500 Mitarbeitern, beträgt der Median 75.000,-- Euro brutto jährlich, in einem Großunternehmen um ca. 30 % mehr, nämlich 95.000,-- Euro. Ebenso signifikant ist die governance Perspektive: während der Leiter Controlling einer Holding 95.000,-- Euro verdient, beträgt das Gehalt einer gleich qualifizierten Führungskraft in einer Zwischenholding nur 85.000,-- Euro. Auffallend sind auch die regionalen Unterschiede: In Wien verdient der Leiter Controlling 99.000,-- Euro und in Westösterreich nur 85.000,-- Euro (Median, Bruttojahresgehalt). In Bezug auf Alter lässt sich festhalten, je älter, desto höher der Verdienst, die Grenze dabei das 40. Lebensjahr.
 
Arbeitszeiten, Weiterbildung und Personalsuche
50 % der Befragten geben an, im Durchschnitt mehr als 50 Stunden pro Woche zu arbeiten. „Wir können dies voran bei den Führungskräften im Finanz- und Rechnungswesen beobachten ,meint Rita Niedermayr“man hat es bei der Berufsgruppe in der Tat mit Workaholics zu tun. 60 Stunden und mehr in Spitzenzeiten sind kein Einzelfall.“  Diese intensive Tätigkeit ist aber nicht unbedingt nur in einem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Krise zu sehen sondern es handelt sich um ein generelles, mit der Berufsgruppe assoziiertes Phänomen. Was die Weiterbildung betrifft, fällt auf, dass 52 % der befragten Unternehmen gemessen an den jährlichen Bildungsinvestitionen für alle Mitarbeiter des Finanzbereichs offensichtlich nicht sehr viel Wert auf eine konzertierte Kompetenzentwicklung  legen. „Wir sehen hier, dass die Mehrzahl der Befragten keine besonderen Akzente auf dem Gebiet der Aus- und Weiterbildung setzt“, analysiert Rita Niedermayr.
„Seit dem Sommer 2010 verzeichnen wir wieder eine verstärkte Nachfrage nach Fach- und Führungskräften im Finanzbereich“, stellt Matthias Schulmeister fest. In der Studie gaben 10 von 25 Befragten an, dass die Suche nach Einsteigern eher einfach ist, hingegen die Suche nach Führungskräften sehr schwierig. „Diese Situation wird sich sicherlich nochverstärken, da wir durch die sinkende Geburtenrate einen Mangel an qualifiziertem Nachwuchs auf allen Ebenen in den nächsten Jahren erleben werden“, so Schulmeister abschließend.
 
Dr. Rita Niedermayr-Kruse, Mag. Matthias Schulmeister: Gehaltsstudie 2010