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Sind Sie fit für wirkungsvolles Management?

24.10.2011
Unter diesem Thema widmete sich der 18. Österreichische NPO-Kongress am 18. und 19. Oktober schwerpunktmäßig dem Thema Aufsicht in NPOs und der öffentlichen Verwaltung. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten unserer Einladung ins Schloss Schönbrunn und nutzten die Gelegenheit zu Erfahrungsaustausch und Networking.
Christian Horak, fachlicher Leiter des NPO-Kongresses und geschäftsführender Partner bei Contrast Management-Consulting, forderte zu Beginn der Veranstaltung Mut zu neuem Denken und umrahmte das Kongressmotto mit provokanten Thesen. Laut Horak ist eine entscheidungsorientierte Governance von zentraler Bedeutung, um wirkungsvoll und erfolgreich agieren zu können. Zwar gäbe es auf dem Papier zunehmend Governance-Regeln, häufig würden diese aber von individuellen und informellen „Praxislösungen“ überlagert oder teilweise bewusst konterkariert. Mögliche Gründe dafür sieht Horak in fehlendem Know-how und Rollenbewusstsein ehrenamtlicher Aufsichtsorgane, aus Machtstreben geborene Spannungen zwischen Management und Aufsicht sowie Unwissenheit über mögliche Konsequenzen von Entscheidungen auf Seiten des Aufsichtsgremiums. Für Horak bedeutet effektives,  wirkungsvolles Management vor allem Klarheit und Entscheidungsorientierung und damit Konsequenz und Transparenz.
 
Aufsichtsräte in Non-Profit-Organisationen: Hilflos oder nutzlos?
 
Patrick S. Renz, Professor am Institut für Betriebs- und Regionalökonomie an der Hochschule Luzern, betonte die große Bedeutung von in der Organisation verankerten Aufsichts-Verantwortlichkeiten, sonst drohe eine Governance-Gap. Darunter versteht Renz eine Lücke zwischen operativem Management, Aufsichtsgremium und der Implementierung von Governance-Regeln. Er sieht Aufsichtsratstätigkeit als Teil des Kerngeschäfts, wobei es besonders darauf ankomme, die richtigen Fragen zu stellen. Peter Püspök, Aufsichtsrat in mehreren Organisationen und vormals Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank NÖ-Wien, stimmte dieser Diagnose zu und hob einmal mehr die wichtige Rolle von Aufsichtsorganen in NPOs hervor. Aus seiner Sicht ist es essentiell, die Personalauswahl- und Führungskompetenz der Aufsichts- und Exekutivorgane in NPOs zu erhöhen – mit den richtigen Menschen an den richtigen Positionen sei ein großes Stück des Weges bereits zurückgelegt. Weiters ortet Püspök Entgelt-Defizite bei Management und Aufsichtsorganen, die  Unprofessionalität legitimieren können, was auch Fragen in Richtung Haftung aufwirft. Püspök empfiehlt daher, bei der Vergütung notfalls über den eignen Schatten zu springen – gute Leute spielen ein Vielfaches ihrer Mehrkosten ein.
 
Gerhard Steger, Sektionschef im Bundesministerium für Finanzen, schloss den Bogen zum Kongressmotto „Sind Sie fit für wirkungsvolles Management?“ und zeigte die vielfältigen Herausforderungen von wirkungsorientiertem Management in der öffentlichen Verwaltung auf.
 
Führungskräfte und Aufsichtsorgane berichten
 
Wie die Arbeit von Management und Aufsicht praktisch gestaltet werden kann, zeigten umfassende Erfahrungsberichte. So berichtete beispielsweise Wolfgang Polzhuber, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, wie effektives Beteiligungsmanagement in der öffentlichen Verwaltung gelebt wird. Werner Kuhn und Rudolf Edlinger, General Manager bzw. Präsident des SK Rapid Wien, erläuterten die Grundsätze effektiver und entscheidungsorientierter Führung bei Rapid und Werner Kerschbaum, stellvertretender Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, zeichnete ein Bild über das Verhältnis zwischen Aufsicht und operativem Management in der größten humanitären NPO Österreichs.
 
Erfolgreich agieren in Management und Aufsichtsrat
 
Ein Podiumsgespräch unter der Leitung von Karin Bauer, Leiterin Karriere DER STANDARD, rundete den ersten Kongresstag ab. Über die Frage „Wie gelingt es Führungskräften sowohl im Management als auch als Aufsichtsorgan erfolgreich zu agieren?“ diskutierten: Christian Horak (Contrast Management-Consulting), Regina Prehofer (WU Wien), Reinhard Krepler (AKH Wien), Matthias Strolz (promitto politik- und organisationsberatung) und Leo Windtner (Energie AG / ÖFB). Tenor der Runde war, dass die Rollenanforderungen sowohl an Management- als auch an Aufsichtsfunktionen gestiegen seien. Christian Horak betonte abschließend, dass Aufsichtsfunktionen in NPOs aufgrund gestiegener Anforderungen zukünftig wohl nicht mehr ehrenamtlich übernommen werden könnten. Daraus leitet er die Notwendigkeit stärkeren zur Professionalisierung von Aufsichtsorganen ab.
 
Filmbericht zum NPO-Kongress anzeigen
 
Ein Bericht zum Podiumsgespräch ist im Standard erschienen.
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